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Warum benötige ich eine USV?

26. November 2019
Verfasst von Julia Schreiber

Stromversorgung in Deutschland - essenziell für die IT

Bild: © rodion-kutsaev - Unsplash.com

„Ziehen Sie bei Gewitter den Stecker, damit Elektrogeräte keinen Schaden nehmen“ – wenn das bei IT-Systemen so einfach wäre. Denn Server sowie PC-Arbeitsplätze sind auf eine störungsfreie Stromversorgung angewiesen, egal ob es stürmt oder schneit oder beim Energieversorger technische Probleme vorliegen.

Schutz vor dem Blackout bieten sogenannte unterbrechungsfreie Stromversorgungen – kurz USV. Sie stellen die Energieversorgung der angeschlossenen Systeme sicher und gleichen zudem Frequenzspannungen aus. So verhindern sie den unkontrollierten Shutdown sowie einen möglichen Datenverlust.

Längere Stromausfälle sind selten

Nun sind größere Stromausfälle in Deutschland eher die Ausnahme. Technisch bedingte Störungen wie Mitte Oktober in Karlsruhe oder Ende August in Heidelberg sind selten geworden, eine Zunahme gab es allerdings bei den durch Extremwetterereignisse bedingten Ausfallzeiten. Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer lag in Baden-Württemberg im Vorjahr bei knapp 17 Minuten – allerdings erfasst der sogenannte SAIDIEnWG-Wert nur Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten andauern. Mal davon abgesehen: Wollen Sie wirklich im Jahresendgeschäft 17 Minuten auf Ihre Server verzichten?

... doch wechselnde Stromqualität schadet der Hardware

Deutlich häufiger als Totalausfälle sind Frequenzschwankungen. Sie legen die IT nicht lahm, können aber elektronische Bauteilen schädigen. Solche Frequenzschwankungen haben viele Ursachen: Wenn zum Beispiel große elektronische Verbraucher eingeschaltet werden, treten im restlichen Stromkreis kurzzeitig Unterspannungen auf. Aber auch nach einem Blitzeinschlag kann es zu impulsartigen Spannungsstößen kommen, die Datenverluste, Systemstopps oder Geräteschäden verursachen.

Beispielhafte Unterfrequenz im Januar 2019

Eine stabile Netzfrequenz besteht bei 50 Hertz. Als untere Grenze für ein funktionierendes Netz gelten 49,8 Hertz, bei 47,5 Hertz würde das Netz abgeschaltet. Quelle: netzfrequenzmessung.de

Was macht eine USV?

Grob vereinfacht schützt eine USV vor einem unerwarteten Ausfall der Stromversorgung. Das Gerät wird zwischen den Verbraucher – also zum Beispiel einen Server – und das Stromnetz geschaltet und besteht im Wesentlichen aus Akkus, die im Ernstfall die Systeme weiter mit Strom beliefern. UND: Einige Hersteller bieten über die Management-Software der USV die Möglichkeit, einzelne Server sowie virtuelle Maschinen in einer vordefinierten Reihenfolge sicher herunterzufahren bzw. auf VMs umzuziehen, die möglicherweise nicht von dem Stromausfall betroffen sind.

Unterschieden wird zwischen drei USV-Typen:

  1. Standby- oder Offline-USV sind die einfachsten USV. Sie schützen vor einem Totalausfall des Netzes, gleichen Frequenzspannungen allerdings nicht aus. Aus diesem Grund sind sie meist im privaten Gebrauch oder für einzelne Clients zu finden.
  2. Line Interactive USV schützen sowohl vor dem Totalausfall als auch vor Frequenzspannungen. Sie kommen in größeren Netzwerken mit häufigen Spannungsschwankungen zum Einsatz. Zu beachten ist ihre Umschaltzeit von 2-4 ms.
  3. Online-USV oder Dauerwandler werden in hochsensiblen Systemen eingesetzt. Da der Strom ständig vom Generator der USV stammt, gibt es keinerlei Umschaltzeiten und sie bieten einen umfassenden Überspannungsschutz. Ein weiterer Vorteil des „aufbereiteten“ Stroms ist eine verbesserte Lebenserwartung der stärker beanspruchten Bauteile der IT-Landschaft. Allerdings ist die Lebensdauer der USV-Akkus durch den Dauereinsatz geringer als bei den anderen beiden Varianten.

Auswahlkriterien beim Kauf einer USV

Neben den grundlegenden Unterschieden der verschiedenen USV-Typen sollten bei der Kaufentscheidung neben dem Preis auch Faktoren wie die Dauer der Überbrückungszeit, der Leistungsbedarf und die Art der abzusichernden Geräte, die Skalierbarkeit der Lösung sowie örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Eine USV ist für Ihre IT wie eine Vollkaskoversicherung – nur eben mit prophylaktischem Schutz. Vor allem betragen die Anschaffungskosten nur den Bruchteil der Kosten für eine Datenrettung, ganz zu schweigen von einer neuen IT-Infrastruktur. Wir beraten Sie gerne, wenn es um die Auswahl eines geeigneten USV-Gerätes geht!

 

 

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